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Beethoven Plus – Klaviertrio – Kurhaus Schömberg

25 Juli |19:30 - 21:30

Konzert-Vorbesprechung 25.07.26

Welch´ eine Zumutung für die Ohren der damaligen Zeit! Es war im Winter 1808-09, als Beethoven sein Klaviertrio op. 70 Nr. 1 schrieb und die Gattung damit abrupt von der Bestimmung „Unterhaltung für Liebhaber in häuslicher Beschaulichkeit“ löste. Dem zweiten, langsamen Satz verdankt das Stück den Namen „Geistertrio“ – eine Meditation über die düstere Tonart d-moll, die E.T.A. Hoffmann veranlasste, an Shakespeare und die Erscheinung Hamlets zu denken. Beethoven selbst dachte ganz im Gegensatz dazu an seine schöne junge Gönnerin Gräfin Erdödy, die ihm ihre Wiener Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, eine ungewöhnliche Frau, die Beethoven vielleicht in gewisser Weise verfallen war, sein Genie erkannte, und tragisch mit dem Versuch scheiterte, das eigenwillige, überempfindliche, bereits hochgradig schwerhörige Genie an sich zu binden. (Schon unter gewöhnlichen Umständen ist ja nichts schwerer als „helfen“!). Der Abend wird mit diesem monumentalen Werk eröffnet.

Das zweite Werk führt in eine andere Welt: Louise Farrenc – 1842 die erste Klavier-Professorin am Pariser Konservatorium – wurde nach 8-jährigem Kampf – dasselbe Gehalt wie ihren männlichen Kollegen zugestanden! Ein Meilenstein! Ein weiterer glücklicher Umstand: sie war mit einem Musiker und Verleger verheiratet, der ihre Berufstätigkeit nicht unterdrückte, sondern mit ihr zusammen Klavierwerke aus 3 ½ Jahrhunderten sammelte und in einer Anthologie zusammenfasste, die zu einem Standardwerk wurde. Wir hören das Klaviertrio op. 34 d-moll. Im Kontrast zum Beethoven´schen Trio Wohlklang, Schwelgen in Melodien, die strenge Form zurücktretend zugunsten des freien Ausdrucks, der ausgelebten Emotion. Freuen Sie sich vor allem auf den Mittelsatz „Thema con variazioni“ – ideenreich, eingängig, in den Schlaf verfolgend… Zu Lebzeiten berühmt und bekannt versank ihr Werk kurz nach ihrem Tod in einen nun fast hundertjährigen Dornröschenschlaf – rätselhaftes Schicksal, das sie mit musikalischen Größen wie Bach teilt. 

Im selben Zeitraum, 1829, traf eine verirrte Kugel bei einer Jagd den französischen-englischstämmigen Adligen André George Louis Onslow, der dadurch auf dem betroffenen Ohr ertaubte. Die Verletzung war inoperabel, er trug die Kugel den Rest seines Lebens im Hals. Sie traf den bedeutendsten und fruchtbarsten französischen Kammermusik-Komponisten dieser Epoche. Sein Quintett „de la balle“ verarbeitet dieses Erlebnis. Beim Konzert wird jedoch sein Trio op. 3 Nr. 3 zu hören sein, noch unbeschwert, ideenreich und beschwingt. Dazu im Gegensatz seine späte Lebensphase ab 1850, geprägt von Selbstzweifel und gedrückter Stimmung ob der die Konzertsäle beherrschenden Beethoven-Begeisterung (die er im Übrigen teilte). Das Konzertprogramm am 25.07. soll zeigen, dass die Größe des Letztgenannten keineswegs rechtfertigt, kreative und fruchtbare Geister wie Onslow und Farrenc in der Vergessenheit zu belassen.

Beginn 19:30 Uhr, Werkeinführung 18:45 Uhr.

Klaviertrio mit

Gerd-Uwe Klein, Violine
Guido Larisch, Violoncello
Richard Röbel, Hammerflügel

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